Burger und Cola aus dem Metaverse gefällig?

Autor: Lukas Mayrhofer

Während das Metaverse momentan für einige Gastronomen und hungrige Gäste ein wenig vertrautes Fremdwort ist, setzen internationale Restaurantketten und Getränkekonzerne schon voll auf diese Zukunftstechnologie. Allseits bekannte Brands wie Mc Donalds oder Coca Cola haben ihre Zukunftspläne bereits vorgestellt.

Nicht weniger als 10 Markenrechte für das Metaverse hat sich das umsatzstärkste Fast-Food-Unternehmen der Welt gesichert. Laut einem amerikanischen Markenanwalt soll der Schnellrestaurantbetreiber auf digitale Speisen und Getränke, NFTs und den allgemeinen Restaurantbetrieb samt McCafe in virtueller Form ein Auge geworfen haben. Auch Lieferungen nach Hause sind in diesem Konzept nicht ausgeschlossen. Somit scheinen Mc Flurry, Happy Meal und Big Mac in einer Metaverse-Version nicht mehr allzu fern.

Nach Weltkonzernen wie Nike schlägt nun auch die Firma mit dem goldenen M in die gleiche Kerbe, jedoch ist sie dabei im Lebensmittelsektor bei weitem nicht allein. Auch der traditionsreiche Getränkegigant aus Atlanta, Coca Cola, will sich schon frühzeitig seine Marktanteile in diesem neuartigen Umfeld sichern. Coke-Fans rund um die Welt können virtuell mit dem neuen Getränk namens Coca-Cola Zero Sugar Byte in Kontakt kommen, bevor es physisch in den US-Supermärkten erhältlich sein wird.

Coca-Cola Zero Sugar Byte

Coca-Cola Zero Sugar Byte Bild stammt von: https://us.coca-cola.com/products/coke-creations/zero-sugar-byte

Andere Player aus der Getränkebranche wie Starbucks wollen ebenso noch in diesem Jahr auf den Metaverse-Zug aufspringen. Der Anbieter von Flat Whites und Frappés sieht sich bestens gerüstet und versteht sich nicht nur als Kaffee-Marke. Es kursieren Gerüchte, dass Starbucks eigene Sammlungen von NFTs, oder sogar eine NFT-Handelsplattform plant. Dies gilt nicht gesichert, jedoch gibt sich der CEO Howard Schultz selbstbewusst: Wenn man sich die Unternehmen, die Marken, die Stars, die Influencer ansieht, die versuchen, eine digitale Plattform und ein Geschäft für NFTs zu schaffen, kann ich keinen von ihnen finden, der über einen solchen Schatz an Vermögenswerten verfügt wie Starbucks – von Sammlerstücken bis hin zum Gesamt-Erbe des Unternehmens.“

Neben den Großgastronomen denkt auch jener Konzern, der seinen Namen extra für diese Online-Welt umgeändert hat, an einen virtuellen Restaurantbesuch: Meta. Die Kalifornier wollen mit der hauptsächlich in Nordamerika tätigen Kette Wendy’s kooperieren, um das Metaverse-Restaurant umsetzen zu können. Unter dem klingenden Namen „Wendyverse“ soll eine Plattform geschaffen werden, die die Kunden und den Fast-Food-Anbieter enger miteinander vernetzen soll. Durch ein virtuelles Lokal sollen die Kunden in die Produktwelt von Wendy’s eintauchen und so soll die Kundenbeziehung optimiert werden. Gemeinsam mit dem Big-Tech-Player werden Synergien im Bereich Virtual Reality geschaffen, um der Kundschaft ein optimales Digital-Erlebnis zu bieten und neben dem Restaurant auch noch weitere Locations anbieten zu können. 

Folglich können Restaurants und andere Unternehmen neben ihren Social-Media-Auftritten auf eine weitere und ganz neue Art und Weise mit ihrem Kundenkreis interagieren und sich austauschen. Außerdem fällt eine örtliche Bindung an ein gewisses Lokal weg, da man in der VR-Umgebung Gast in New York, Paris, oder Berlin sein kann. Das klingt doch ganz spannend, oder?

Wendyverse

Bild stammt von: https://yhoo.it/3bAx3cu

Obwohl die Zahl der großen Namen, die das Metaverse für sich entdecken, laufend zunimmt, gibt es auch Firmen, die etwas über diesen neuen Trend schmunzeln, oder sich sogar einen Scherz erlauben.
Konkret hat Heineken vor kurzem zu einer Pressekonferenz bezüglich einer Produktneuheit geladen. Dabei hat der Brauerei-Gigant aus Amsterdam sein erstes „Virtual Heineken Silver“ über Decentraland präsentiert. Im März meinte ihr Marketingdirektor, dass das Metaverse nicht der beste Ort für eine Bierverkostung sei und die Aktion eher als ironischer PR-Gang zu werten sei. Schließlich sei es nur ein mit „binär codiertem Hopfen“ erzeugtes Getränk und kein richtiges Heineken-Produkt. Schon einen Monat später ließ die Bierfirma wissen, dass sie „aus Decentraland ausgebrochen sei“.

Link zu einem Videoausschnitt von Heineken: https://youtu.be/KlJYiOplw2c

Das bedeutet, dass Heineken Silver bei Verkostungsevents in ganz Europa real getestet werden kann. Im Rahmen dieser Veranstaltungen, die in Amsterdam und anderen europäischen Metropolen abgehalten wurden, launchten die Holländer auch For Real Tokens (FTRs), welche zusammen mit einem spanischen Unternehmen entwickelt wurden. So möchte Heineken scheinbar die digitale und die analoge Welt am besten vereinen.

Ob nun ein etwas sarkastischer Zugang zu diesem Thema wie jener von Heineken, oder doch eine ernsthaftere Herangehensweise wie die von Mc Donalds erfolgreicher sein wird, wird die Zukunft zeigen. Was meint ihr?