Auswirkungen von Corona auf die deutsche Gastronomie

Corona in der deutschen Gastronomie

In Italien müssen alle gastronomischen Betriebe für unbestimmte Zeit wegen Corona schließen. In Deutschland und Österreich werden alle Veranstaltungen abgesagt, die mit mehr als 100 Teilnehmern in geschlossenen Räumen stattfinden sollen. Messen, Frühlingsfeste, Sportveranstaltungen, Konzerte uvm. müssen kurzfristig auch ihre Besucher enttäuschen, darunter leidet die Gastronomie ganz besonders stark. 

Vorzeitiges Saisonende in Südtirol, Bayern in Gefahr

Um die rasche Ausbreitung von Corona zu verhindern, heißt es für Südtirol einen Monat früher als erwartet das Saisonende einzuleiten. Die Situation für die bayerische Gastronomie wird in der Pressemitteilung des DEHOGA Bayern auch als dramatisch und existenzbedrohend beschrieben. Die Umsatzeinbrüche – trotz der geringen Zahl der positive getesteten Bürgerinnen und Bürger – betragen schon jetzt mehr als 30% zum Vorjahr 2019.

Die Zahlen

Eine Blitzumfrage des DEHOGA  vom 5. März ergibt, dass 76,1% bereits Umsatzrückgänge verzeichnen und mehr als 50% der Mitglieder im Bereich Hotel einen starken Rückgang bei Neubuchungen melden. Existenzgründer und Kleinbetriebe sind in Gefahr, weil sie überwiegend keine ausreichenden monetären Rücklagen haben. Es droht eine massive und kurzfristige Entlassungswelle in der Branche insgesamt. 

Auf der Suche nach dem Ausweg

Am 9. März hat der Bundesverband des DEHOGA Hilfspakete definiert und gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit an der Erlassung kurzfristiger Sonderregelungen für Kurzarbeitergeld gearbeitet. Es sind generelle Liquiditätshilfen für die Branche geplant. Zusätzlich ist die Reduzierung der Umsatzsteuer auf Speisen mit nunmehr 7% zu erwarten, endlich das richtige Signal!

Lieferungen als vorübergehende Lösung für die Corona Krise in der deutschen Gastronomie

Einige Gastronome haben für ihre Betriebe einen Rettungsweg in den Lieferungen gefunden. Diese sind von der Regierung immer noch erlaubt, müssen jedoch verantwortungvoll handeln.

Updates:

Am Donnerstagabend hat das Land Salzburg beschlossen, die Wintersaison zu beenden. Letzter Tag für die Seilbahnen in den Skigebierten ist 15. März 2020.

Wegen Corona schließen auch in Belgien alle Cafes, Restaurants und Diskotheken.

Montag, den 16. März 2020

Am Wochenende haben auch Österreich, Frankreich und Bulgarien drastische Maßnahmen gegen die Verbreitung von Corona ergrifen. Gastronomie da bleibt ab diese Woche hauptsächlich zu.

Die Pressekonferenz am Montag in Bayern hat zu dem folgenden Ergebniss geführt: Ab Mittwoch gilt für Bayern Gastronomieeinschränkung – nur noch Speiselokale und Betriebskantinen dürfen von 6 bis 15 Uhr mit maximal 30 Personen in einer Lokalität geöffnet bleiben. Manche Betriebe entscheiden sich jedoch freiwillig für vorübergehende Schließung.

In Thüringen werden ähnlichen Maßnahmen zur Begrenzung der Gastronomie am Montag besprochen. Ergebnis folgt.

Bundesweit dürfen speiseservierende Läden in Berieb bleiben. Da gelten jedoch reduzierte Öffnungszeiten sowie Abstandsregelung für die Tische.

Bundesweit werden Discos, Clubs and Bars geschlossen.

Beschäftigte der Gastronomie könnten nach Ansicht von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft aushelfen.

Manche Arbeitsgeber versuchen in der Zwischenzeit ihre Mitarbeiter in Jahresurlaub zu schicken bzw. bauen Ihre Überstunden ab. So unfair, wie das für manche vorkommt, rettet das die Arbeitsplätze vieler Menschen und hilft dem Arbeitsgeber, Kurzarbeit erfolgreich zu beantragen.

Mittwoch, den 18. März 2020

In Baden-Württemberg ist der Betrieb von Gaststätten grundsätzlich untersagt. Betriebe, die Speisen und Getränke anbieten, dürfen bis 18 Uhr geöffnet bleiben, wenn 1,5m Entfernung zwischen den Tischen gewährleistet ist. Das Gleiche gilt auch für die Steheplätze. Die Einschränkung soll bis Mitte Juni gelten.

In Hamburg hat eine große Gruppe von Gastronomen am Dienstag Abend einen Brief in Facebook online gestellt. In dem Schreiben rufen die Gastronomen aus dem Norden die Stadt ins Gespräch. Sie wären bereit Verantwortung zu übernehmen, helfen und umstellen, wenn die Stadt in einem Dialog nach einer Lösung suchen würde.

Ab Mittwoch kontrolliert die Polizei in Berlin, ob die begrenzten Öffnungszeiten der Restaurants (bis 18 Uhr) eingehalten werden. Am Wochenende wurden schon zahlreichen Anzeigen wegen illegaler Öffnung erstellt.

In Köln werden ab Mittwoch Restaurants und Gaststätten geschlossen. Diese Maßnahme wird als praktikabler gegen die Ausbreitung von Corona wie die geplanten strengen auflagen geschätzt.

Wir halten Euch auf dem Laufenden ! (Stand 18.03.2020)

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