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Klick dich satt - Lieferservice erobert die Gastrobranche

Ob Thai-Curry oder doch lieber original schwäbische Maultaschen – den Essenswünschen von Nutzern der zahlreichen Online Lieferservice Dienstleister sind heutzutage unbegrenzt. Doch was verbirgt sich hinter den Kurierfahrern mit ihren würfelförmigen Rucksäcke und Outfits in Knallfarben? Und welche Auswirkungen haben foodora und deliveroo auf die Gastronomiebranche?

Eine neue Ära des Lieferservice

Essen mit nur einem Klick zu bestellen ist schon lange keine Neuheit mehr. Begonnen hat alles mit dem klassischen Pizzalieferservice, der Hungrige an einem verregneten Sonntagabend mit ihrer Lieblingspizza versorgte. Unternehmen wie Lieferando oder Lieferheld.de bieten schon seit ein paar Jahren eine Plattform für Online-Bestellvorgänge im Gastronomiebereich an.

Heute erobern Start-Ups wie foodora und deliveroo den Markt und bestimmen mit ihren farbenfrohen Kurierfahrern das Bild zahlreicher Innenstädte weltweit. Die Idee hinter diesem neuen Lieferkonzept  ist die Übernahme der gesamten Bestell-Logistik und Zahlungsabwicklung der Restaurants. Die Kunden können via der App auf einer digitalen Speisekarte ihr Lieblingsessen ganz bequem an die gewünschte Adresse liefern lassen und diese – so lautet das Versprechen- bereits nach 30 Minuten in Empfang nehmen. Ziel ist es vor allem eine neue Zielgruppe 25- bis 40-Jähriger zu erreichen, die “Wert auf kulinarische Vielfalt und Qualität” legen. Und das Geschäft boomt. Das Berliner Start-Up foodora hat nach Recherchearbeiten der Nachrichtenagentur dpa ihr Auftragsvolumen zwischen April 2015 und April 2016 verdoppelt. Neben 2200 Restaurants in 19 deutschen Städten kann das Unternehmen auch rund 7500 Lokale in 10 Ländern in ihrem Portfolio verzeichnen.

 

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Vorteile und Risiken für die Gastrobranche

Die neuen Lieferkonzepte treffen in vielen Punkten sicherlich den Nerv der Zeit. Den Nutzern haben eine einfache und bequeme Möglichkeit aus einer Bandbreite unterschiedlichster Gerichten auszuwählen. Nur kurze Zeit später können sie diese direkt an die Haustür empfangen. Für Gastronome bedeutet die Nutzung der Lieferdienste vor allem die Chance  sich vermehrt auf den Service im Haus und natürlich das Kochen selbst zu konzentrieren.

Jedoch sollte die Kooperation der Gastronomiebetriebe mit den Essenlieferdiensten für beide Parteien weiterhin eine Win-Win-Situation bleiben. Dafür ist es wichtig, dass ausgeglichene Machtverhältnisse bestehen und so keine Preise vor diktiert werden können. 

Die Provision von 30 bis 40 Prozent pro ausgeliefertes Gericht für Lieferservice

sollte von Unternehmern bei einer Entscheidung über die Nutzung der Dienstleister bedacht werden. Ebenfalls wichtig ist es, dass bei diesem Lieferservice die Firmenidentität der Gastrobetriebe stark im Hintergrund steht. Dazu darf man die Verspätungen der Lieferanten nicht vergessen, was sich auch auf Qualität und Geschmack des Essens stark auswirkt. Öfters ist auch der Fall, dass unachtsame Lieferanten das Gericht auf dem Weg verschütteln. Ihr wisst schon was das heißt – schlechte Kundenbewertungen und Rufschädigung. 

Ganz klar ist, dass der Bestellboom in der nächsten Zeit nicht abbrechen wird. Aber ob das Lieferessen auf lange Sicht einen Besuch in einem Restaurant ersetzen kann bleibt fraglich.