Online Marketing für Gastronomen

Online Marketing in der Gastronomie 

Die Gastronomiebranche ist wohl eine der ältesten in der Geschichte der Menschheit. Im Laufe der Zeit veränderte sie sich ständig (vom Dorfwirt zu McDonalds) und ebenso änderte sich die Art, Kunden anzulocken. Heutzutage bietet das Internet die größtmögliche Reichweite für gezielte Werbung, jedoch wird es von vielen Betrieben, meist Kleinbetrieben, nicht genutzt. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Fehlendes Know-How, Zeitmangel, Desinteresse, usw. Häufiger jedoch haben Gastronomen Angst davor „im Netz aktiv zu werden“, da sie befürchten, es würde nichts nützen und die Zeit wäre dadurch vergeudet. Diese Sorge ist nicht unbegründet, da es in der heutigen Zeit unzählige Websites gibt und man schnell an der falschen Stelle seine Zeit bzw. sein Geld investiert, wenn man nicht aufpasst. Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten geben, effektiv Kunden (und auch Personal) über das Internet anzuwerben.

Die verschiedenen Altersgruppen

Der erste und wichtigste Schritt ist, seinen Kundenstamm zu kennen. Nur so kann man gezielt und erfolgreich im Internet werben, da bestimmte Websites auch hauptsächlich von bestimmten Altersgruppen genutzt werden. Noch hilfreicher wäre es, soziale Schicht bzw. berufliche Tätigkeit der Kunden zu kennen, das ist praktisch jedoch für die meisten Betriebe unmöglich. Außerdem ist das Alter der ausschlaggebendste Faktor, deshalb sollten Sie sich darauf konzentrieren.

Alter: < 30

Diese Gruppe stellt sogleich die wichtigste dar, weil Menschen in diesem Alter die größte Aktivität auf Social Media aufweisen. (Quelle: Statista)
Vor allem Facebook (60% dieser Altersklasse) und Instagram (50%) werden von den unter 30-jährigen genutzt. Sie haben meist auch einen großen digitalen Freundeskreis, was ein großes Potenzial für Gastronomie – Werbung darstellt, aber dazu später mehr.

Alter: 30 – 50

Auch in diesem Alter sind viele Personen noch auf Facebook aktiv, weitaus weniger bereits auf Instagram. Jene Altersklasse bedient sich auch noch vermehrt traditioneller Websites bei der Suche nach dem richtigen Restaurant für den Abend. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass diese Gruppe noch im Internet aktiv ist. Zu den traditionellen Websites gehören Internetforen, Bewertungsportale, online Rezessionen, usw.

Alter: 50 – 70

Auch in dieser Generation bedient sich ein bestimmter Anteil des Internets, wenn es um die Suche nach dem richtigen Lokal geht. Jedoch liegt der Anteil der Facebook – User hier bereits unter 20%, auf große Nachfrage trifft man hier also nicht. Vielmehr nutzen Menschen in diesem Alter altmodische Methoden, wie Prospekte, Inserate, Plakate oder einfach den Erfahrungsbericht eines guten Bekannten, bei der Wahl des Restaurants.

Alter: 70+

Sollte Ihr Gastronomiebetrieb hauptsächlich von Menschen dieser Altersklasse besucht werden, empfiehlt es sich, Ihre Zeit und Ihr Geld nicht in Online – Werbung zu stecken. Zwar liegt der Anteil der Internet Nutzer dieses Alters in Deutschland noch immer bei 30%, traditionelle, analoge Werbestrategien sind hier jedoch weitaus effektiver.

Traditionelles Online-Marketing

Das traditionelle Internet-Marketing zeichnet sich dadurch aus, dass (vereinfacht ausgedrückt) von Ihnen nur ein Geldbetrag bezahlt werden muss und die Dienste von jemand anderem erledigt werden.

Vorteil: Sie sparen Zeit und benötigen kein Internet Know-How.

Nachteil: Sobald sie den Zahlungsstrom einstellen, endet auch die Werbung – keine Nachhaltigkeit!

Die zwei bekanntesten Verfahren sind die Google-Werbung und renommierte Gastronomie-Websites.

Sie steigern die Chance, bei einer Suchanfrage in Google als Suchergebnis angezeigt zu werden, indem sie Geld an Google zahlen. Dies kann selbst gemacht werden mit Google AdWords oder über eine Agentur.

Wohin gehen wir heute essen? Websites wie Gastroportal oder Gastro News werden von einigen Kunden zur Beantwortung dieser Frage aufgerufen. Informieren Sie sich vor einer Investition jedoch immer ganz genau über die betreffende Website.

Eine Website erstellen

Egal ob bezahlte Werbung oder Eigenwerbung, eine eigene Website ist für Ihren Betrieb unumgänglich. Sie dient Kunden als Informationsquelle und ist oft entscheidungsgebend für die Restaurantsuche.

Eine optisch ansprechende Website ist das A und O in der Gastronomie. Die Speisekarte wird von den Kunden immer als erstes aufgerufen, achten Sie also darauf, dass sie gut strukturiert und mit appetitlichen Bildern geschmückt ist. Außerdem kommen Charakter und Persönlichkeit bei den Kunden gut an, zeigen Sie also, was Ihr Lokal besonders macht und stellen Sie sich (und ihr Team) vor.

Sie müssen Ihre Website natürlich nicht selbst anlegen. Es gibt im Internet unzählige Anbieter für Website – Design mit meist überschaubaren Preisen. Auch hier gilt: Informieren Sie sich zuerst durch online Bewertungen und in Internetforen, welche Anbieter das beste Preis – Leistungs – Verhältnis bieten.

Social Media Marketing – Werbung mit Nachhaltigkeit

Nun kommen wir zum wichtigsten Punkt dieses Artikels: der Erwerb von Kunden über Social Media. Wie bereits erwähnt stellen Facebook und Instagram derzeit die Marktführer in den Sozialen Netzwerken dar, deswegen wird sich dieser Abschnitt auf jene beiden Seiten beziehen.

Doch wie erreicht man eine Vielzahl an Usern, wenn man selbst noch nicht viele Follower hat? Eine Alternative wäre, in öffentlichen Gruppen auf Facebook zu werben. In großen Gruppen werden Sie jedoch nicht der einzige sein, der Werbung betreibt, und meist wird diese Werbung auch nicht besonders beachtet. Bei der Personalsuche hingegen können Gastronomiegruppen auf Facebook äußerst nützlich sein, da die Mitglieder nicht nur Kunden und Restaurantbesitzer sind, sondern auch Köche, Kellner, usw.

Das Ziel ist es, die eigenen Beiträge von Accounts teilen zu lassen, welche eine weitaus größere Reichweite als man selbst hat. Damit sind jedoch nicht irgendwelche Gastro-Riesen gemeint, sondern ganz normale User. Ob auf Facebook oder Instagram, Jugendliche haben durchschnittlich eine Reichweite von 300 Usern, manche sogar über 1000. Das ist ein riesiges Potenzial, welches man mit den richtigen Mitteln nutzen kann. Doch wie sehen diese Mittel aus?

Gewinnspiele, Gutscheine, Verlinkung

Einen Beitrag teilen und man bekommt 5€ Rabatt auf den nächsten Burger? Ein Foto vom Essen posten und dafür eine gratis Nachspeise bekommen? 3 Freunde bei einem Foto markieren oder eine Seite abonnieren und dafür ein gratis Essen gewinnen können? Wer würde sich diese Angebote entgehen lassen?

Die Antwort ist: niemand. Und so verhält es sich auch in der Praxis: Meist wird ein Gewinnspiel von einem User geteilt, dessen Freunde sehen es, teilen es wiederum selbst, und so weiter. Dadurch kann ein regelrechtes Lauffeuer entstehen (Beispiel: Gewinnspiel von Austrian Airlines, Instagram war einen Tag lang voll damit). Der wichtigste Punkt bei jeder Form von Werbung dieser Art ist: der Bezug zu Ihrem Restaurant muss hergestellt werden. Meistens geschieht das anhand von Verlinkung. Das bedeutet, ihr Account wird bei den jeweiligen Fotos oder Kommentaren verlinkt, dadurch können interessierte User durch einen Klick direkt auf Ihre Seite kommen und sich diese ansehen.

Der schwerste Schritt, nämlich User auf Ihren Account zu bringen ist also gemacht, doch was nun? Jetzt darf es natürlich nicht an Ihrer Seite selbst scheitern! Dem User müssen sofort mehrere Bilder von lecker aussehendem Essen ins Gesicht springen, dann sieht er sich womöglich die Seite etwas länger an. Die Augen essen ja bekanntlich mit: Ein paar hübsche Sandwich – Fotos oder ein saftiger Schweinsbraten kann bei vielen schon dafür sorgen, Ihr Restaurant als nächste Location für das Mittagessen vorzuschlagen.

Wie führe ich meinen Social Media Account?

Haben Sie erst einmal ein paar Abonnenten, stellt sich natürlich die Frage, wie Sie mit diesen in Kontakt treten. Schließlich sind das meist fremde Menschen, welche womöglich auch unterschiedliche Sprachen sprechen und verschiedener Herkunft sind. Die wichtigste Regel lautet also: Formulieren Sie Bildunterschriften oder Kommentare nie so, dass sie diskriminierend für einen User sein könnten. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass Sie sich nichts mehr trauen und nur langweilige Slogans benutzen dürfen. Natürlich sollen Sie Charakter und Witz zeigen, jedoch müssen Sie sich immer der sogenannten Netiquette bewusst sein. Natürlich können Sie bei der Beantwortung von Kommentaren die Sprache anpassen, abhängig davon, in welcher Sprache der jeweilige Kommentar verfasst wurde. Ihre Beiträge sollten Sie jedoch in einheitlicher Sprache (am besten in Deutsch, wenn Sie ein deutschsprachiges Unternehmen sind) formulieren.

Einheitlich ist ein gutes Stichwort. Sie sollten nämlich darauf achten, dass sowohl Ihre Beiträge als auch Ihr Verhalten gegenüber anderen Usern dem gleichen Muster folgen. Das wirkt professionell und führt dazu, dass sich bei Usern ein bestimmtes Bewusstsein für Ihren Account bildet. Schließlich geht es ja darum, hervorzustechen. Wenn Sie einen eigenen Stil durchziehen, denken ihre Abonnenten bei einem neuen Beitrag vielleicht so etwas wie „ah, das ist wieder typisch“ und es wirkt authentisch. Scheuen Sie sich also nicht davor, Ihren Charme spielen zu lassen und zeigen Sie, dass hinter Ihrem Account ein echter Mensch, kein Roboter steckt.

Aktivität

Es gibt für einen User nichts Unattraktiveres als einen inaktiven Account. Warum sollte man Ihre schlafende Seite abonnieren, wenn es 1000 andere gibt, welche regelmäßig Bilder posten, Gewinnspiele veranstalten oder ganz einfach unterhaltsam sind? Sie sollten zumindest einmal täglich nachsehen, ob jemand auf einen Beitrag reagiert oder eine Frage gestellt hat. Wächst Ihre Follower – Anzahl, empfiehlt es sich, mehrmals täglich online zu gehen. Verlinkt Sie ein User in einer Story oder einem Beitrag, teilen Sie dies auf Ihrem Account. Das gibt ein Gefühl von Wertschätzung und zeigt, dass Sie auf Ihre Abonnenten reagieren.

Finden Sie Ihren Stil

Die wichtigsten Do’s und Dont’s haben wir also aufgezählt. Natürlich gibt es aber nicht DEN EINEN richtigen Weg, um im Netz aktiv zu werden und online Kunden anzuheuern. Je nach Art Ihres Betriebs und Ihres Kundenstammes können unterschiedliche Taktiken zum Erfolg führen. Experimentieren Sie ruhig etwas herum und beobachten Sie, welches Auftreten am besten bei den Kunden ankommt. Achten Sie darauf, wie Marktführer wie McDonalds ihren Social Media Account führen und versuchen Sie, daraus zu lernen. Am Ende des Tages ist es wichtig, dass Sie Ihren eigenen Stil entwickeln, der Ihren Betrieb auszeichnet und bei den Kunden gut ankommt. Falls Sie sich in das Thema Social Media noch weiter vertiefen möchten, finden Sie im Internet unzählige Blogs und Tipps zu diesem Thema. Viel Erfolg!

 

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