Korkengeld richtig berechnen

Korkengeld wird in der Branche immer wieder heiß diskutiert. Jeder Gastronom kennt es – kleine Firmenparty, der Stress ist vorbei, die Gäste sind schon entspannt und unterhalten sich mit ihren Kollegen unter den belebenden Tönen von Chaka Khan – Ain’t nobody – moment mal, der Wein auf dem Tisch steht aber nicht auf der Karte – und was nun?!

Mitgebrachten Alkohol im Restaurant zu konsumieren, kürzt den Gewinn des Gastronoms und verursacht zusätzliche Kosten. Die Gäste bedenken oft nicht, dass der Gastgeber dies als Betrugsversuch erachtet. Vor allem wenn der Konsum unangekündigt stattfindet.
In solchen Situationen darf der Gastronom Korkengeld verlangen – aber wie wird Korkengeld eigentlich richtig berechnet? Die Gesetzgebung sagt nämlich dazu nichts. 

 

Korkengeld berechnen
Folgende Meinungen sind weitgehend verbreitet:
  • Man verlangt zwischen 10 und 20 Euro pro Flasche, je nach Schätzung
  • Mindestens so viel wie die günstigste Flasche Wein oder dessen Einkaufspreis auf der Karte
  • Die Marge eines vergleichbaren Weines auf der Karte abzüglich 10-20%
  • 30% vom Preis der günstigsten Getränkesorte auf der Karte
  • Manche Gastronomen verlangen auch bewusst einen exorbitant hohen Betrag, da es im Endeffekt einem Gewinnausfall für sie bedeutet und einem Betrugsversuch gleichkommt. So etwas dürfen sich Gäste ohne vorherige Absprache nicht erlauben.
  • Für eine Flasche lohnt sich der Aufwand nicht

Korkengeld richtig berechnen:

  1. Eigene Kosten abdecken – Fixkosten und Aufwand (Gläser, Personaleinsatz, Spüle, Raumbereitstellung, etc) müssen abgedeckt werden.
  2. Gewinnausfall minimieren – eine vergleichbare Marge berechnen, die der Gastgeber in einer vergleichbaren Situation verdienen würde. Trotz der eigenen Ware  liegt ein Dienstleistungsaustausch vor, der der Umsatzsteuer unterliegt.
  3. Missverständnisse ausräumen – Handelt es sich um einen besonderen Anlass, wo die Freude unseres Gastes nicht mit einem Preis auf der Karte vergleichbar ist? Oder ist die Flasche Wein eine seltene Sorte, die schwer zu beschaffen ist? 

Korkengeld ist ein kniffiges Thema. Im Endeffekt darf jeder Gastronom für sich selbst entscheiden, ob und wie viel Korkengeld will er von seinen Gästen verlangen.